Kategorie:Geschichte

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Kitekulturen

Mit der wachsenden Kiteaktivität in Form von Kitesurfing, Snowkiten, oder auch industrieller Verwendung von Kites wurde auch das Interesse an der Geschichte der Kitenutzung und der früher verwendeten Materialien neu geweckt. Als ein erstes Beispiel einer traditionellen Kitekultur findet sich hier eine Ausarbeitung zur Kitekultur der Maori.

Ein kleiner Abriss zur Geschichte der Erforschung, Entwicklung und Verwendung von Kites


200 v. Chr.

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Die frühesten Aufzeichnungen des Drachensteigens stammen etwa aus dem Jahr 200 v. Chr. aus China, Japan und Polynesien. So wird etwa von einer frühen militärischen Anwendung berichtet: der Chinese Han Hsin, General der Han-Dynastie, ließ einen Drachen über die Mauern einer Stadt fliegen, die er angreifen wollte. Er wollte damit messen, wie weit seine Armee die Tunnel bis hinter die Abwehrlinien zu graben hatte. Mit der Kenntnis der Distanz erreichten seine Truppen das Innere der Stadt, überraschten ihre Gegner und siegten.

Auch wird von vielfältigen frühen Anwendungen im pazifischen Raum in der Arbeit (z.B. Beim Fischen), beim Spiel und im Zusammenhang mit rituell-religiösen Handlungen berichtet (siehe Maysmoor 2001).

Ende des 13. Jahrhunderts
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Marco Polo brachte Ende des 13. Jahrhunderts Geschichten über Drachen mit nach Europa. Eine Illustration aus dieser Zeit zeigt einen Drachen auf einer militärischen Fahne.
15. - 16. Jh
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Frühe Zeugnisse des indischen Drachensteigens stammen von den Miniatur-Malereien aus der Mogul-Zeit um 1500. Ein beliebtes Thema dieser Malereien war die Geschichte von einem jungen Mann, welcher mit seinem Drachen eine Nachricht an seinen Liebhaber schickte, der in strenger Abgeschiedenheit von ihm gehalten wurde.

"Leonardo DaVinci discovered in the 15th century how to span a river using a kite." (Breukels 2011, S. 8)


18.- Anfang
20. Jh
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Es wurde viel mit Drachen experimentiert. Etwa für den Einsatz als Zug- und Fluggerät für den Transport. Auch in der naturwissenschaftlichen Forschung:

"In 1749, Scottish scientist Alexander Wilson used several kites, attached in a row, to measure and compare air temperatures at different altitudes. Benjamin Franklin used kites to pull boats and carriages and to experiment with electricity. And in 1901, Gugliemo Marconi used a kite to help transmit the first trans-Atlantic
wireless telegraph message. ... Lawrence Hargrave from Australia invented the box kite in 1893. It was to play a vital role in de development of the flying machine. The box kite provided tremendous lift capabilities and admirable stability. On one occasion in 1894, Hargrave lifted himself more than 5 meters in the air in a mild wind using four box kites in a train configuration."
(Breukels 2011, S. 8)

um 1939
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Im zweiten Weltkrieg hatte die US Navy verschiedene Anwendungen für Drachen. Der „Harry Sauls Barrage Kite“ beispielsweise sollte verhindern, dass Flugzeuge tief über Ziele flogen. Wenn Piloten auf dem Meer abstürzten, ließen sie den „Gibson-Girl Box-Drachen“ fliegen, um leichter gefunden zu werden. Und der sog. „Paul Garber's Target Kite“ wurde für Zielübungen eingesetzt
1972
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Im Jahre 1972 führte Peter Powell den „Dual-Line Stunter“ ein. Dies gilt als frühe Verbindung zwischen Kites als Spielzeug und als Sportgerät.

"The Peter Powell Stunt Kite is a classic. Unlike most modern stunters, it was a steerable Diamond kite. This design enjoyed huge popularity and is still well-known today, although the original design is no longer being manufactured. Every kite came with a 30 meter (100 feet) plastic tubular tail which aided stability and put a grin on the face of anyone watching! It was fairly straightforward to stack the Powell kites too, so people had fun flying several at a time. You have to wonder if all those super-long tails ever got tangled when more than one kite was attached to the lines. Perhaps only one tail, on the furthest kite, was the way to go..." (Quelle: peter-powell-stunt-kite)

Seit 1980
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In den 80er Jahren wurden die sportlichen Versuche intensiviert, aus denen das moderne Kitesurfen entstanden ist. Der US-Amerikaner Cory Roeseler aus Oregon ließ sich von einem starren gerahmten Drachen auf Wasserskiern über die Seen in Oregon ziehen. Etwa zeitgleich entwickelten die Gebrüder Legaignoux in Frankreich den so genannten Tubekite, der anhand eines Rahmens aus aufblasbaren Luftschläuchen das Starten aus dem Wasser möglich machte. Ab Mitte der 90er Jahre experimentierten Kitehersteller mit wassertauglichen Materialien, die heute unter dem Namen Soft-Kites bekannt sind. Nachdem einige anfängliche Kinderkrankheiten des Kitesurf-Equipments bereinigt wurden, erfuhr der Kitesurf-Sport seit den späten 90er Jahren einen anhaltenden Boom. (weitere Informationen zur Geschichte des Kitesurfens)

Seit 2001
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Die Hamburger Firma SkySails begann im Jahr 2001 mit der Entwicklung des heute weltweit ersten, praxistauglichen Zugdrachen-Antriebssystems für die gewerbliche Schifffahrt. Nach erfolgreichem Abschluss der Grundlagenentwicklung in 2005 wurde die Zugdrachenfläche auf 160m² skaliert und auf dem 55 Meter langen ehemaligen Tonnenleger MS “Beaufort” in den Jahren 2006 und 2007 eingehend getestet. Durch den Einsatz des SkySails-Systems können die Treibstoffkosten eines Schiffes im Jahresdurchschnitt, abhängig von den Windverhältnissen, zwischen 10 und 35% gesenkt werden. Herrschen optimale Windbedingungen, kann der Treibstoffverbrauch zeitweise um bis zu 50% reduziert werden.
2002 Darstellung des Vier-Rotoren-Prototypen.jpg 2002 gründeten die Australier Roberts und Shepard die Firma "Sky Windpower". Als Professor für Automatisierungstechnik an der University of Sydney experimentierte Bryan Roberts bereits seit etwa 30 Jahren mit einem fliegenden Kraftwerk, einer Mischung aus Helikopter und Drachen, um mit dem Wind aus dem in rund 10 km Höhe liegendem "Jetstream" Strom zu erzeugen. Bis 2012 will Sky Windpower einen 100-Kilowatt-Prototypen entwickelt und in der Luft haben.
2006 Darstellung der AWT2.jpg
Corwin Hardham, begeisterter Kite- und Windsurfer, gründete 2006 mit zwei weiteren Kite-Surfern die Start-Up-Firma "Makani-Power". Benannt wurde das Unternehmen nach dem hawaiianischen Wort für Wind. Auch die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin, ebenfalls Surfer, interessieren sich für diese Form der Stromerzeugung und investierten seit 2006 bereits 15 Millionen Dollar Startkapital in Makani Power. Inzwischen arbeitet die Firma an dem siebten Prototypen, ein Drachne mit spezieller Bordelektronik und acht Metern Spannweite. 
2009 Kite&Tech logo2.jpg Die Bildungsinitiative "Kite & Tech" des IBL -Institut für berufliche Lehrerbildung der Fh-Münster- wurde 2009 in's Leben gerufen. Die Projekte werden kontinuierlich hier veröffentlicht und dienen dazu, Erlebnispädagogik am Beispiel des Kitesurfens spannend zu machen und mit fachlichem und medialem Lernen zu verbinden.
2010

 

Schematische_Darstellung_des_Laddermill.jpg

In 2010 schloss die Forschungsgruppe "Laddermill" der Technischen Universität Delft (Niederlande) den Testflugbetrieb ihres sogenannten Pumping-Kite-Systems "Laddermill", einem 25 qm großen Kite erfolgreich ab. Das technische Prinzip, dem das Pumping-Kite-System zugrunde liegt, beruht auf der Funktionsweise eines JoJo´s. Hierbei fliegt ein einzelner Kite an einem Halteseil befestigt und steigt durch schnelles Quer-zum-Wind fliegen in die Luft. Ab 2012 soll ein 50 qm großer Kite eingesetzt werden.

2011 LogoAwec.JPG


Die internationale Airborne Wind Energie Conference AWEC fand 2011 zum zweiten Mal statt, mit steigender Teilnehmerzahl und wachsendem öffentlichen Interesse.
Die meisten der forschenden Hochschulen und Unternehmen haben bereits einen funktionierenden Portotypen und können mit ihren Systemen Strom produzieren.

2012
Kiteboard-cut-280x131.jpg

Kitesurfen wird olympische Disziplin

5.05.2012: STRESA. Der internationale Segel-Verband hat bei einer Tagung in Italien beschlossen, dass bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro der Bewerb Kitesurfen anstelle von Windsurfen abgehalten werden soll.
Ende 2012: Und ist dann doch am Widerstand der Windsurf-Lobby gescheitert: Bis auf Weiteres bleibt Windsurfen olympische Disziplin, auf Kosten des Kitesurfens.


2013 Awec2013.JPG Die AWEC findet 2013 das erste mal in Deutschland statt.

The conference brings together politicians, companies, institutions, researchers, scientists, investors, students and all people interested or active in the innovative field of Airborne Wind Energy. Conference site: http://www.awec2013.de/


Für weitere Informationen: 

Breukels, J.: An engineering methodology for kite design. Delft University of Technology, 2011. www.kitepower.eu/publications.html

Maysmor, Bob: Te Manu Tukutuku. The Maori Kite. 2001. Allen & Unwin NZ Ltd.



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