Kategorie:Geschichte des Ski

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Entwicklung der Stahlkante aus historischer Sicht

Das Skilaufen ist eine Fortbewegungsform, die sich schon in der frühen Menschheitsgeschichte entwickelte. Durch verschiedene Umwelteinflüsse, wie Schnee und in Sumpfgebieten, wurde nach Möglichkeiten gesucht sich fortzubewegen. deshalb waren die ersten Schneeschuh keine sportgeräte, sondern Gebrauchsgegenstände. Die Existenz von Tretschneeschuhen und anderen Skiformen, sind durch Moorfunde und Felszeichnungen belegt. Diese Funde wurden überwiegend in Norwegen und Russland entdeckt und sind zwischen 4.000 und 5.000 Jahre alt. Einer der ältesten Funde ist der „Ski von Hoting“, ein etwa 110 cm langer und 10 cm breiter Ski, der im Moor von Hoting in Schweden gefunden wurde. Dieser Ski ist ca. 4500 Jahre alt. In den 80er Jahren des 20 Jahrhundert wurde die Schneeschuhe der berühmten Gletschermumie Ötzi gefunden, die auf 3300 v. Chr. datiert wird. In Vis im Nordwesten Russlands sind bei Ausgrabungen Anfang des 21 Jahrhunderts Skifragmente gefunden worden, die von der Russischen Akademie der Wissenschaften auf rund 8300 Jahre vor unserer Zeitrechnung datiert wurden. Demnach ist die tatsächliche Geschichte des Skis doppelt so alt, wie bisher angenommen. Im laufe der Jahrtausende entwickelte sich der Tretschneeschuh über Bootski (Gleitgeräte) zum Ski als Sportgerät.

4000 v. Chr.
Abb. 1 Verschiedene Geh-und Stapfgeräte
Abb. 2 Trittlinge, von rundlichen zu länglichen
Trittlinge

Die Menschen schützen sich vor dem Einsinken im Schnee und Sumpfgebieten mit vergrößerten Schuhsohlen bzw. Trittflächen. Sie erleichterten den Bauern das Jagen und das verfolgen von Wildtieren. Tretschuhe sind die Vorläufer des „Gleiters“und sind bis heute in schneereichen Regionen existent.Es sind zwei Gruppen der Tretschuhe bekannt, zum einen die Geh- und Stapfgeräteund zu anderen die Vollhölzer zum Gleiten.

Die Geh- und Stapfgerätewarenüberwiegend aus Holzflechtwerk was um einen Bogen oder Reifen leiterartig gespannt war. Mit diesem Flechtwerk war nur das laufen, aber nicht das Gleiten möglich. Flechtwerke dieser Art sind unter anderem von den Eskimos bekannt, wie auch aus Tschechien und Südslawien.

Vollhölzerin kreisrunder Form, länglich runde Platte und bootförmigen Trittlinge, zeigen den Entwicklungsprozess vom Gehen zum Gleiten. So nähert sich die Form dem Ski an.

2500 v. Chr.
Abb. 3 Der „Ski von Hoting“
Der„Ski von Hoting“ ist der bisher älteste bekannte Skifund und wurde 1921 in einem Moor bei Hoting (Schweden) gefunden. Er wird auf 2500 v. Chr. datiert und ist somit ca. 4500 Jahre alt. Die Maße des aus Steinwerkzeug erstellten Schneeschuhs sind: Länge 110 cm, Breit 10 cm und Dicke 1 cm und Stemmloch quer. Durch das Stemmloch wurden die Zehenbügel gezogen, die die Schuhspitze halten. Das Stemmloch hielt sich bis in die Neuzeit und wurde erst durch Metallbindungen ersetzt.

Desweiterne wurden zwei Dutzend Felszeichnungen vorwiegend in Norwegen und Russland gefunden. Die Felszeichnungen zeigen den Jagdzauber der Steinzeit. Die Zeichnung des „Skihaserls“mit einer Maske und Wurfholz ist die berühmteste und älteste (4500 Jahre) Felszeichnung. Sie ist im Jahr 1929 in norwegischen Röydön entdeckt worden und zeigt eine uralte Nutzung der Ski als Fortbewegungsmittel bei der Hasenjagd.

2500 v.Chr. - 1500 v.Chr.
Abb. 4 Entwicklung von doppelterlaufrinnt zur Kantenleiste
Kurz- und Langski

Neben den Hontingskigibt es auch noch weitere Moorfunde die aus der Jungsteinzeit, etwa 2500 bis 1500 v. Chr. Stammen. Sie werden in zwei Gruppen eingeteilt, in die Kurzski und die Langski. Diese unterschiedlich langen Ski mit Stemmloch, Aufbiegung der Skispitze und hinterem Ende, Kantleisten, Kantenschutz,und Laufrinneentsprechen in dieser Zeit schon einen sehr hohen Stand der Technik.

Kurzski:Ist ein 1 m bis 1,5 m langer und etwa 15 cm breiter, glatter Ski der nicht mit Fell überzogen ist. Er ist der Übergang vom sibirischen Fellski (Geher)zum europäischen Gleiter. Er wurde für das geradeausfahren im flach und Hügelland genutzt.

Langski:Ist ein 2 m und mehr langer, 15 cm breiten, unserem ähnlichen Ski (skandische Art). Er ist schon ein richtiger „Gleiter“. Für die Ebenen wurden längere Ski mit Kantenleistenund breiten Rinnen, für die Berge kürzere verwendet.

2500 v.Chr. - 1500 v.Chr.
Abb. 5 Fellüberzogene Schneeschuh
Abb. 6 Asiatische und nordeuropäische Schneeschuhe aus dem Völkerkunde Museum in Wien
In dieser Zeit kristallisierten sich verschiedenen Formen des Skis zwischen dem Kurzski und dem Langskije nach Nutzungsart heraus.

Sibirische Ski:Dieser ist die häufigste asiatische Form der mit Fell überzogenem sibirischen Schneeschuh (Gehfellski).Er ist leicht und aus dünnem Fichtenholz, dessen existenz sich teilweise doch bis 2500 v. Chr. zurückverfolgen lässt. Seine Länge liegt zwischen 1,30 m und 1,80 m mit einer breite von 15 cm bis 25 cm. Die Fellskis wurden für längere Anstiege genutzt, da das Fell unter dem Ski einen leichten und rutschlosen Aufstieg ermölichte. Diese Aufstiegs. und Abstoßhilfe wird auch heute bei modernen Tourenskilauf angewandt.

Europäischer Fellski:Er ist eine Zwischenform des leichten, breiten asiatischen Schneeschuh (Gehski) und dem nicht mit Fell überzogenen, glatten“europäischen Gleiters“. Der Ski ist gut für das Abstoßen in der Ebene geeignet, hat aber eine geringe Gleitfähigkeit. Er wird aber schon im frühen Mittelalter vom schnelleren Gleiter verdrängt.

europäischer Gleiter:dieser Ski kommt in verschiedenen Längen und Breiten vor. sie gitb es in 3 m Länge und 6 cm Breite für die Ebene, sowie den 1,50 m langen und 9 cm breiten Ski für flaches und gebirgiges Gelände. Oder auas als Kombination dieser beiden Varianten. (spekulativ)

Zügelski:Ist eine besondere Verwendung das Schneeschuhs, denn hier sind beide Skispitzen mit einer Schnur verbunden, die der Fahrer mit seiner Hand festhalten und somit in Rücklage abfahren konnte. Die Schnur erlleichterte das Schwingen indem die Spitzen angehoben wurden und verringerte auch die Sturzgefahr. Nutzung überwiegend im russischen Bereich.


Ungleich lange Ski (Abstoß- und Gleitski):Ist eine Kombination aus einem kurzem, breiten mit Fell überzogener Abstoßski und einem schmalen, langen Gleitski. Mit dem Abstoßski unter dem starken Bein wurde sich abgestoßen und auf dem anderem Gleitski ausgelaufen, wie auf einem Roller. Diese Variante wurde noch bis ins 20 Jh. ausgeübt.

1000 n. Chr. - 1800 n. Chr.
Abb. 7 Kurz- und Langski je nach Zweck im Gelände
In dieser Zeit hat sich nicht viel weiter entwickelt. In manchen Regionen wurden die Ski dem Zweck (wie Jagt, Wanderungen oder Wettrennen) angepasst, d.h. schmaler, leichter, länger oder kürzer. Die Bindung blieb auch überwiegend aus Leder und Flechtkordel.
Mitte des 1900 Jh. n. Chr.
Abb. 8 Telemaksik (Schrittstellung)
Telemarkski

Der Telemarkski stammt aus der Norwegischen Region Telemark. Das Telemarken unterscheidet sich vom gewöhnlichen Alpinski in dem der Fahrer die bewegliche Ferse hebt und somit auf dem Bergski kniet während der Talskinach vorne gezogen wird. Sondre Norheimrevolutionierte diese Technik in den 70 Jahren des 18. Jh. bis sie 1888 zu einer Wettkampfdisziplin wurde. 1950 geriet das Telemarken fast in Vergessenheit und wurde 1980 in den USA wieder entdeckt und verbreitete sie weltweit.

1890
Abb. 9 Lilienfelder- Bindung
Stahlsohlbindung

Mathias Zdarskientwickelte die erste Stahlsohlbindung und des Alpinskis.Er meldete 1896 die Lilienfelder-Bindung zum Patent an.

1900 - 1914
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Abb. 10 Vorreiter des Snowboards „Monogleiter“
Monogleiter

Toni Lenhardt entwickelte um 1900 den Monogleiter, der als Vorreiter des Snowboards gesehen wird. Lenhardt schnallte sich statt zwei einen ski unter die Füße. Der Monogleiter gewann an Bedeutung, so dass 1914 in Buck an der Mur Wettbewerben in Monogleiten veranstaltete wurden.

1928/29
Abb. 11 Skiprofil mit Stahlkante (in Gelb dargestellt)
Stahlkante

1929 lies Rudolf Lettnerdie Stahlkante patentieren, diese dient zur Stabilisierung während der Fahrt und der Ski ist robuster und hat eine höhere Haltbarkeit. Schon in den 30 ger Jahren ist die Stahlkante nicht mehr aus dem Sport weg zudenken.Bei den sogenannten Snowsurfer Sportgeräten, dem Snowboard und den Swingbowurde die Stahlkante erst ab 1980 verwendet.

1944/60
Abb. 12 Skikonstruktion
Vom Vollski zum Sandwichski

Vom Vollholzski zum Verleimtenski bis hin zum Verbundmaterial:Ende des 19 Jahrhunderts wurde die Geschwindigkeit beim Skifahren und Skilanglaufen immer wichtiger, so daß dies ausschlaggebend für die Verbesserung des Materials war. Ersetzt wurden die Vollholzski nun von verleimten Skiern.

In diesem Zeitraum wurden die Verleimtenski mit Kunststoffteilen ergänzt und später ganz durch Kunststoffmaterialien ersetzt. Die industrielle Fertigung von Skiern und Zubehör erhielt Einzug.

1944 kam der erste Kunststoffbelagauf den Markt kurz darauf 1946 der erste laminierte Sandwichski mit einem Holzkerne und einem Kunststoff- Laminat. Später wurde der Sandwichski in den USA weiterentwickelt und erhielt ein Wabenkern aus Aluminium mit Kunststoffbelägen und 1949den Metallski. Fred Langendorf und Art Molnar gelang 1959unter dem Label„Toin Sailer“der Durchbruch des Glasfasere-Laminats. 1968wurde Verbundwerkstoffe aus Holz, Kunstoff und Aluminiumentwickelt, der bis heute noch im Skiaufbau verwendet wird.

1968
Abb. 13 Snowboard
Snowboard

Tom Simsund Sherman Poppen experimentierten mit großen Holzbrettern und alten Türen und montierten darauf Fußlaschen die dem Fahrer mehr Kontrolle über das Brett verleiht und auch das Fahrgefühl wie das Surfen auf dem Schnee. So entwickelten diese bei den Amerikaner der/das Snufer/Snowboard.

1997
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Abb. 14 Carving-Sk
Carving-Ski

Der Carving-Ski mit seiner stärkeren Taillierung als ein gewöhnlicher Alpinski wurde 1966 erstmal patentiert und setzte sich dann 1997 fast vollständig durch als Standartski. Der taillierte Ski macht es möglich leichter die Kurven zufahren. Carving wird diese Fahrtechnik genannt und verleiht das Gefühl der Beweglichkeit und Geschwindigkeit beim Skisport.


Bezug zur Ausbildung / Schule

Lerninhalte

Durch Internetrecherchen können sich die Schülerinnen und Schüler weitere Informationen zur Vertiefung zum Thema Geschichte des Skis und Snowboard suchen. Es besteht die Möglichkeit selbst dieses Wiki weiter mit Material zu füllen.

Versuchsmöglichkeiten

Folgend sind Bauanleitungen für den Schneeschuh und Skirodel. Diese können zum Unterrichtsgegenstand werden und z.B. bei einem Ausflug oder Skireise getestet werden und mit modernen Schneeschuhen und Skirodel verglichen werden.

Bauanleitung Schneeschuh von Maltiz: hier

Bauanleitung für einen Rodel mit Skikufe: hier

Lernfeldrelevanz

Dieses Wiki rund um das Thema Stahl im Ski eignet sich nicht nur für Lernfelder aus dem Ausbildungsbereichen, Fachoberschule etc. mit dem Schwerpunkt Metall sondern auch für die Fachrichtung Holzbau. Die Geschichte und Entwicklung des Skis kann zur allgemeinen Information z.B. für die Fachrichtung Holztechnik dienen.

Lernfelder Holztechnik:

  • Lernfeld 1: Einfache Produkte aus Holz herstellen
  • Lernfeld 2: Zusammengesetzte Produkte aus Holz und Holzwerkstoffen herstellen
  • Lernfeld 3: Produkte aus unterschiedlichen Werkstoffen herstellen

Methodisches Vorgehen

  • Internetrecherche

Fächerrelevanz für allgemeinbildende Schulen

Das Thema Geschichte des Skis kann in verschiedenen Fächer wie Technik, Sport, Geschichte zum bearbeitet werden. Ebenso kann das Thema auch regional unterschiedlich stark von Bedeutung sein, z.B. in Regionen wo das Skifahren möglich ist.

Quellen der Bilder

Abb. 1; 2; 4; 5; 6; 7 Prof. Dr. Erwin Mehl, Grundriss der Geschichte des Skifahrens, Verlag Karl Hoffmann, Schorndorf bei Stuttgart 1964
Abb. 3 Hottenrott/ Urban, Das große Buch vom Skilanglauf, Meyer & Meyer Verlag Aachen 2004
Abb. 8 Telemark-Lehrplan, Der Kick mit dem Knick; DSV-Deutscher Skiverband (Hrsg.) 2003
Abb. 9 Lilienfelder Stahlsohlbindung: de.wikipedia.org/wiki/Lilienfelder_Stahlsohlenbindung
Abb. 10 Vorreiter des Snowboards: www.maz.ch/work/MAZzetta/12/ARTIKEL/07_artikel/S1.HTM%2520
Abb. 11 Skiprofil mit Stahlkante: www.fischersports.com
Abb. 12 Skikonstruktion:www.movementskis.com/images/products/skis/construction/construction_ghost.png%2520
Abb. 13 Andera Hebbel-Seeger, Snowboarding, Falke Verlag, 65527 Niederhausen 1997
Abb. 14 Jürgen Klemmer, richtig Carven, BLV Buchverlag GmbH & Co.KG, München 2007

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