Kategorie:Skiaufbau

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Einführung

Seit über 50 Jahren werden Alpinski nach demselben Prinzip hergestellt. Es werden alle Einzelteile weitestgehend von Hand in eine Form gelegt, die Teile werden miteinander verklebt und passend verdichtet. Der Belag und die Kanten werden geschliffen und heraus kommt ein nahezu perfekter Ski.

Ganz so einfach wie in der Theorie ist es dann aber nicht. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Auswahl des geeigneten Skiaufbaus:

  • Verwendungszweck
  • Fahrkönnen
  • Gewicht/Größe
  • Geschwindigkeit
  • Einsatzbereich

Unterschiedliche Skiaufbauten haben eine Wechselwirkung zwischen Skieigenschaften und Fahreigenschaften:

Skieigenschaften Fahreigenschaften
  • Taillierung
  • Torsionssteifigkeit (Verdrehsteifigkeit)
  • Schwungverhalten (Dämpfung)
  • Längselastizität (Biegelinie)
  • Steuerung
  • Drehverhalten
  • Gleitverhalten
  • Eisgriffigkeit
  • Richtungsstabilität

Skibauweisen

Jeder Hersteller verwendet unterschiedliche Skiaufbauten und verfolgt damit unterschiedliche Philosophien und Qualitätsmerkmale. Es gibt jedoch vier Grundbauarten, die sich durchgesetzt haben und den Charakter eines Skis prägen:

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  1. Einlagen
  2. Skibelag
  3. Stahlkanten
  4. Deckel
  5. Skikern
  6. Obergurt
  7. Einlagen
  • alle Bauteile werden in einer Form fixiert
  • PU Schaum wir unter Druck hineingespritzt
  • Schaum übernimmt nach dem Erhärten die Funktion des Kerns
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  1. Einlagen
  2. Skibelag
  3. Stahlkanten
  4. Deckel
  5. Torsionsbox
  6. Obergurt
  7. Skikern
  • Kern wird mit Laminat umwickelt
  • Harz ist der Verbundstoff unter großem Druck und hoher Temperatur
  • hohe Torsionssteifigkeit
  • hochwertige Bauweise
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  1. Skibelag
  2. Einlagen
  3. Stahlkanten
  4. Untergurt
  5. Seitenwangen
  6. Obergurt
  7. Deckel
  8. Skikern
  • Bauteile werden Schichtweise in die Form gelegt
  • Harz ist der Verbundstoff unter großem Druck und hoher Temperatur
  • Individuelle Abstimmung des Skis ist möglich
Bauweise4.jpg
  1. Untergurt
  2. Einlagen
  3. Einlagen
  4. Skibelag
  5. Stahlkanten
  6. Einlagen
  7. Deckel
  8. Einlagen
  9. Skikern
  10. Obergurt
  11. Einlagen
  • Bauteile werden in Kunststoffschale eingelegt und verklebt
  • Skieigenschaften werden hauptsächlich von der Schale übernommen
  • Direkte Kraftübertragung auf die Kante

Schichten

Beispiel anhand eines Sandwich-Skis

Querschnitt SKI.jpg

Der Deckel

Die oberste Schicht auf dem Ski ist der Deckel aus Kunststoff. Dieser Deckel bedeckt entweder nur die Oberseite (Sandwichbauweise), oder ist an den Kanten heruntergezogen (z.B. Schalenbauweise).

Der Obergurt und Untergurt

Mit diesen Gurten wird die Druckverteilung in Längsrichtung und die Verdrehsteifigkeit des Skis gesteuert. Sowohl der Ober- als auch der Untergurt liegen im Bereich der größten Beanspruchung. Es ist wichtig, dass die Beanspruchungen ohne Ermüdung und bleibende Deformation aufgenommen werden.

Gurt-Bauweisen

Einfache Bauweise
  • Druckgurt und Zuggurt aus Drähten, Rohren oder gelochten Metallblechen
  • keine Beeinflussung der Fahreigenschaften
  • geringe Qualität
Gurte aus Metall
  • Druck und Zuggurte aus Aluminium oder Titanalplatten
  • Übertragung des Gewichtes des Skifahrers auf die komplette Länge des Skis
  • gute Fahreigenschaften bei mittleren und längeren Schwüngen
  • ab Allroundqualität; Je teurer der Ski, desto hochwertiger das Material
Gurte aus Kunststoff
  • Druckgurt und Zuggurt aus Kunstoff-Fasern
  • Flächendruck wird im Schaufel- und Endbereich kleiner und im Bereich der Bindung höher
  • Der Ski ist wendiger und Eisgriffiger unter der Bindung
  • Gute Fahreigenschaften bei kurzen und mittleren Schwüngen
  • Ab Allroundqualität; Je teurer der Ski, desto hochwertiger das Material

Bei manchen Skiern finden sowohl Kunststoff- als auch Metallgurte Anwendung, d.h. der Druckgurt wird aus Kunststoff und der Zuggurt aus Metall gefertigt, bzw. umgekehrt.

Der Skikern

Der Skikern ist häufig ein Argument für die Qualität eines Skis. Dieser besteht aus Holz und/oder Kunststoff und hat zentralen Einfluss auf Dämpfung, Elastizität und Lebensdauer eines Skis.

geschäumter Kern
  • Kern besteht aus Klebeschaum mit eingelegten Drähten oder gelochten Blechen
  • Kern ist weder elastisch noch druckfest
  • keine positiven Auswirkungen auf Fahreigenschaften
Stabtechnik-Holzkern
  • Kern besteht aus Klebeschaum mit eingelegten Kunststoffröhren oder Holzstäben
  • leichter Steifigkeitszuwachs in der Längsdurchbiegung
  • sehr geringe Auswirkungen auf Fahreigenschaften
geschäumter Holzkern
  • einfacher Hozkern, der mit Schaumkleber verbunden wird
  • deutlich mehr Haltbarkeit und Längssteifigkeit
  • positive Auswirkungen auf Elastizität und Dämpfung
gefräster Kunststoffkern
  • Kern aus hochfestem faserverstärktem Kunststoff
  • optimale Kombination aus Gewicht, Dämpfung und Elastizität möglich
  • positive Auswirkungen auf Fahreigenschaften
verleimter Holzkern
  • Kern aus mehrfach quer und längs verleimten Holz
  • aufwendiges und teures Verfahren
  • hohe Elastizität und Langlebigkeit bei sehr guter Dämpfung

Seitenwangen

Die Seitenwangen werden aus schlagfestem Kunststoff hergestellt, welches hauptsächlich dazu dient, die inneren Schichten des Skis zu schützen. Außerdem haben die Konstruktion und das Material folgende Vorteile bzw. Aufgaben:

  • Resistenz gegenüber Schlägen
  • Schockabsorbierung auf Kantenhöhe
  • optimale Kraftübertragung auf die Stahlkanten

Weiterhin macht die Kautschukverbindung zwischen den Seitenwangen und Kanten den Ski sehr haltbar und resistent gegen eindringende Feuchtigkeit.

Einlagen

Die Einlagen dienen hauptsächlich zur Schwingungsdämpfung oder Versteifung. Es kommen Dämpfungselemente und Elastizitätsmodule zum Einsatz. Bei sportlichen Ski verwendet man elastische Werkstoffe wie Kohlefasern und ausgeklügelte Profile um den Ski spritziger und lebendiger zu machen. Der Ski beschleunigt deutlich besser was mehr Fahrspaß vermittelt Bei hochwertigen Ski werden zusätzlich Dämpfungsmodule eingebaut. Stoß- absorbierende Werkstoffe wie PU-Gummi oder Kevlar dienen dazu Schläge und Vibrationen abzudämpfen und so die Belastung auf den Körper zu reduzieren.

Stahlkanten

Die Stahlkanten eines Skis sind Hauptverantwortlich für die Eisgriffigkeit beim Skilaufen. Die Kanten bestehen aus gehärtetem Stahl und sind L-förmig in den Ski eingeklebt. Die Kanten sind somit ein tragendes Bauteil des Skis und dürfen daher nicht zu hart sein, da der Ski zu steif werden würde bzw. sie sonst bei Belastung brechen würden. Der Preis des Skis bestimmt die Qualität der Stahllegierung. Je hochwertiger die Kanten, desto länger bleiben sie scharf und desto weniger Material wird bei Nachschleifen abgetragen. Somit können hochwertige Kannten häufiger geschliffen werden.

Die Arbeitsschritte und der richtige Schliff einer Skikante werden hier erklärt.

Skibelag

Der Skibelag besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff(Polyethylen) für bestmögliche Gleiteigenschaften. Der Kunststoff hat die Fähigkeit Wachs in seinen Poren aufzunehmen. Je mehr Wachs aufgenommen wird, desto geringer ist die Reibung im Schnee und die Gleit- und Dreheigenschaften verbessern sich.

extrudiertes Polyethylen
  • preiswertes Material
  • aus Kunststoffmasse gegossene Platten
  • sehr weich, empfindlich gegen Kratzer
  • geringe Wachsaufnahmefähigkeit
gesintertes Polyethylen
  • hochwertiges teures Material
  • unter Druck verdichtete Kunststoffblöcke
  • harter Belag, unempfindlich gegen Kratzer
  • hohe Wachsaufnahmefähigkeit


Allgemeines

Die aufgeführten Ski-Aufbauten sind nur die Grundgerüste, die in mehrere Variationen kombiniert werden können. Die Kunst des Skibaus besteht darin, Konstruktion und Material so zu verbinden, dass der optimale Ski für die angesprochene Zielgruppe entsteht. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, je mehr Geld man für einen Ski ausgibt, desto ausgewogener sind die Fahreigenschaften abgestimmt und desto höher ist die Lebensdauer eines Skis.

Ein Ski muss hohen Belastungen standhalten, deswegen ist neben der Konstruktion, also dem Aufbau der Schichten, das Material und dessen Eigenschaften in den einzelnen Schichten von hoher Priorität. Denn dadurch werden die Biegelinie, die Torsionssteifigkeit, die Dämpfungsfähigkeit, das Gewicht und die Lebensdauer beeinflusst. Außerdem bestimmt die Hochwertigkeit und eventuell aufwendige Herstellung und Bearbeitung der Werkstoffe, den Preis des Skis.

Quellenangaben

Internet

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